Interview

Caterina Costantini, Schlüsselperson
Was bedeutet für Sie Integration?

Caterina Costantini: Integration hat für mich eine grosse Bedeutung. Wer sich integriert, fasst neue Wurzeln, holt sich Informationen von allen Richtungen, dadurch kann man auch die Hintergründe der verschiedenen Mentalitäten verstehen und ist dadurch einsichtiger in allen Bereichen. Vieles trägt zur Integration bei; die Sprache im emigrierten Land zu erlernen, an öffentlichen kulturellen Anlässen teilnehmen, letzteres dient dazu, sich mit einheimischen Personen zu treffen, um die Kultur und Bräuche kennenzulernen und vor allem sich darüber auszutauschen. All dies ermöglicht gegenseitiges Kennenlernen und so werden bestehende Vorurteile vermindert. Bei guter Integration bekommt man neue Perspektiven zu sehen, was weitere Horizonte setzen lässt und zur allgemeinen Zufriedenheit führt.

Wie erfolgt aus Ihrer Sicht in Küssnacht Integration?

Caterina Costantini: Die Voraussetzungen für eine gute Integration sind in Küssnacht gegeben. Durch die Fachstelle für Gesellschaftsfragen (Bezirk Küssnacht) haben Emigranten die Möglichkeit, Deutschkurse zu besuchen. Diese Fachstelle stellt Schlüsselpersonen zur Unterstützung der Emigranten zur Verfügung. Zudem sind für Neuzuzüger etliche Informationen erhältlich, um sich gut im Bezirk einzuleben. Vor allem auf schulischer Ebene bietet Küssnacht einen guten Integrationsstart mit dem 4+4 Modell. Dieses Modell ermöglicht den Neukömmlingen einen Intensivdeutschkurs und ein Kennenlernprogramm der ihnen zugeteilte Schulklasse.

Weshalb engagieren Sie sich als Schlüsselperson?

Caterina Costantini: Es macht mir grosse Freude, dass meine italienischen Landsleute dank meiner Unterstützung ihr Alltagsleben leichter bewältigen können. Dadurch wird ihre Selbständigkeit zur Erledigung verschiedener Aufgaben gestärkt und gefördert. Diese Tatsache bringt ein Wohlbefinden bei den Emigranten und Einheimischen. Nicht zuletzt steigert eine gute Integrationsarbeit die Lebensqualität der Bevölkerung. Es ist für mich eine schöne Herausforderung, als Schlüsselperson meinen Beitrag am Integrationsprogramm des Bezirks leisten zu können.

Welchen Stellenwert haben Schlüsselpersonen?

Schlüsselpersonen werden für die Integrationsarbeit im Bezirk, Einheimischen und Migranten sehr geschätzt. Sie dienen mit ihrer Arbeit als Vermittler zwischen Privatpersonen und Ämtern. Diese Dienstleistung ermöglicht somit dem Bezirk, ein vorbildliches Integrationsprogramm zu leiten. Wir sind mit unserem Herkunftsland sowie der Schweiz verwurzelt und kennen dadurch beide Gewohnheiten und Normen gleichermassen. Dank dieser Gegebenheit haben wir einen guten Zugang zu den Landsleuten und der schweizerischen, einheimischen Bevölkerung. Dies ist eine optimale Gegebenheit, um «Brücken» zur Integrationsarbeit zu bauen.

Welches ist Ihre Hauptaufgabe als Schlüsselperson?

Caterina Costantini: In erster Linie vermittle ich Interkulturelles über verschiedene Institutionen. Wir Schlüsselpersonen begleiten, unterstützen, informieren und fördern für das Gemeinnützige in der Bevölkerung. Durch das Kennen der Hintergründe; wie Pflichten, Regeln, Bräuche und Kultur, ergibt sich eine einfachere Zusammenarbeit mit den Betroffenen. Als Schlüsselperson werden ich auch als Dolmetscherin für Beratungsgespräche, Elterngespräche und Informationsanlässe aufgeboten. Jede Schlüsselperson steht unter Schweigepflicht.